plot

 

Der Plot

Der Plot ist die Chronologie der Ereignisse.

 
 

Ein Kapitel pro Seite

Jede Seite des Buches ist ein Kapitel. Es gibt entweder eine Dramaturgie, die das ganze Buch zusammen fasst, oder es ist eine Sammlung von lauter Kurzgeschichten. Momentan strebe ich eine umfassende Dramaturgie an, d.h. eine Geschichte, die alle kleinen Handlungen zu einer großen zusammenfasst. Eine zu diesem Ansatz passende Dramaturgie könnte eventuell mit Differenz und Homogenität als Handlungsmotoren arbeiten.

Charakterbeschreibungen

Voran geht eine Vertiefung in die einzelnen Charaktere. Eine Durchleuchtung ihres Verhaltens findet statt, indem sie verschiedenen Situationen des Lebens ausgesetzt werden. Wie verhält sich mein Charakter zum Beispiel im Kino, wenn das Publikum mit dem Popcorn raschelt, oder wohin richtet er den Blick in der Ubahn, ist er schüchtern, aufmerksam, gierig nach Aufmerksamkeit, oder zurückhaltend und diskret? Welche Diskrepanzen gibt es zwischen privaten und öffentlichem Leben meines Charakters?

Wenn die Sammlung in der Tiefe und Länge der Beschreibungen fortgeschritten ist, kann ich Charaktere aufeinander treffen lassen. Hier kommt die räumliche und gesellschaftliche Umgebung zu tragen. Die Handlungen und Konfrontationen geschehen in verschiedenen heterotopischen Räumen und spielen mit deren gesellschaftlich festgelegten Regeln. Es könnte zum Beispiel so sein, dass eine der aufeinander treffenden Charaktere dieses kleine Subsystem repräsentieren und der andere Charakter aus seiner Sozialisation, Geschichte etc. heraus durch dieses Subsystem in einer Weise unterdrückt wird, dass Handlung entsteht. Wesentlich dafür ist, dass der unterdrückte Charakter sich zur Handlung entschließt.

Scrabble

Möglch ist eine Stichwortsammlung mit Begriffen, die im Buch in einer noch herauszufindenden Reihenfolge den Plot ergeben. Eine Sammlung von Wörtern auf einzelne Zettel geschrieben, können in einen Behälter geworfen werden und einzeln gezogen werden, oder zuerst findet ein impulsives free writing statt, bei dem ich versuche, alles, worüber ich gerne schreiben würde in Stichworten aufzuschrieben. Die Worte werden dann so geordnet, wie es für eine interessante Chronologie der Ereignisse sinnvoll ist. Die Wörter können so unterschiedlich sein wie “Knarren” und “Eitelkeit”.

Zeitungsartikel

Die überspannende Handlung und die einzelnen Handlungen können inspiriert sein von den Berichten in Tageszeitungen. Z.b. habe ich erst kürzlich von einem Bankräuber gelesen, der auf seinem Rad geflüchtet ist. Der Bankräuber hat bei der Flucht einem Wachmann ins Bein geschossen, der ihn verfolgt hatte. Diese kurze Reportage lässt so viele Fragen offen, dass sie ein guter Impuls für eine längere Geschichte sein kann.

Masterplot (bereits abgelehnt)

Es gibt auch die Überlegung, einen Masterplot zu verwenden, den es schon gibt, und die Geschichte diesem Plot einfach einzupassen. Plots dieser Art sind immer nach der gleichen Struktur:

“A dangerous monster threatens a community. One man takes it on himself to kill the beast and restore happiness to the kingdom” (John Yorke)

oder

“When a community finds itself in peril and learns the solution lies in finding and retrieving an elixir far, far away, a member of the tribe takes it on themselves to undergo the perilous journey into the unknown… “ (John Yorke)

Plots wie diese wurden tausende Male reproduziert, und es gibt dementsprechend eine gute Infrastruktur, auf die ich beim Schreiben zurückgreifen kann. Der Nachteil davon ist zugleich ihre Ausgeluschtheit und die große Konkurrenz in diesem Feld.